IDAHIT* Konzept

Auch dieses Jahr wollen wir am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit, die Aufmerksamkeit der Leipziger*innen auf das nach wie vor notwendige Engagement gegen die Ungleichbehandlung von LSBTIA* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Interpersonen, Asexuelle (1)) lenken.

Wir haben den IDAHIT* erweitert und neben einem Filmabend in der Cinémathèque Leipzig am Mittwoch, den 17. Mai, und der Demonstration am Samstag, 20. Mai 2017 , wird es zusätzlich einen Aktionstag am 17.05. in der Innenstadt geben.

Jährlich bietet der Tag gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit (IDAHIT*) einen Anlass zur Erinnerung daran, dass Homosexualität erst am 17.05.1990 aus dem Krankheitskatalog der Weltgesundheitsorganisation gestrichen wurde.

Trans- und Intergeschlechtlichkeit gelten auch 2017 noch als Krankheiten. In Bezug auf Homosexualität ist ebenfalls noch keine volle Gleichstellung erreicht. Nicht zuletzt der aktuelle rechts-konservative Rollback rund um AfD, LEGIDA/PEGIDA und sog. Besorgte Eltern bzw. die „Demo für Alle“ fordert ein aktives Zeichen jeder einzelnen Person gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit in Leipzig und überall.

Ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen IDAHIT* leitet sich aus der überwiegend prekären Situation geflüchteter Menschen ab. Geflüchtete, die schwul, lesbisch, bisexuell und/oder transident bzw. intergeschlechtlich sind, gelten als besonders vulnerable Gruppe. Hierbei zeigt sich die Verschränkung von verschiedenen Diskriminierungsebenen sehr deutlich, genauso wie der daraus resultierenden Handlungsbedarf.

Zentral bleibt die etablierte, notwendige Erweiterung des Namens IDAHOT* zu IDAHIT*. Hinter der Abkürzung IDAHOT steht der „International Day Against Homophobia and Transphobia. Wir haben uns dazu entschlossen, die Erweiterung um den Fokus Interfeindlichkeit vorzunehmen und sprechen deshalb vom „IDAHIT*“.

Warum der 17. Mai?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Anlass dieser Demonstration der 17.05.1990. An diesem Tag hat die Weltgesundheitsorganisation beschlossen, Homosexualität aus ihrem Krankheitskatalog zu streichen. Bis dahin galt Homosexualität als psychische Störung, die therapiebedürftig war. Anders sieht das z.B. mit Transgeschlechtlichkeit und Intergeschlechtlichkeit aus. Der medizinische Begriff „Transsexualität“ wird nach wie vor in der ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen unter „Störungen der Geschlechtsidentität“ (F 64.0) geführt. Unter dem Oberbegriff Trans* werden Menschen umschrieben, deren empfundenes Geschlecht nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht. Als weiblich eingeordnete Menschen empfinden sich als Männer, männlich eingeordnete Menschen empfinden sich als Frauen und ein Teil der Trans*-Personen verweigert sich einer eindeutigen Zuordnung in die Einteilung von männlich-weiblich. Auch Intergeschlechtlichkeit, also das Aufweisen körperlicher Merkmale beider Geschlechter bzw. eine uneindeutige Geschlechtlichkeit, wird heute noch als Krankheit definiert und von der Medizin als „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet und meist ohne medizinische Notwendigkeit „behandelt“. Jene „Behandlungen” werden oftmals ohne medizinische Begründung bereits im Kindesalter oder direkt nach der Geburt vollzogen. Dabei ist es jenen Menschen nicht gegeben, frei und selbstbestimmt zu entscheiden, wie sie leben möchten. Die Entscheidungsgewalt liegt somit bei Eltern und Ärzt_innen, die festlegen, in welche Norm – männlich oder weiblich – dieser Mensch gepresst wird.

Mann und Frau“ – natürlich gegeben oder gemacht?

Die Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gibt und diese sich einander und ausschließlich begehren, zieht sich durch viele gesellschaftliche Bereiche. Gemeinhin wird angenommen, dass es sich um naturgegebene Phänomene handelt. Menschen, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, müssen auch heute noch mit vielfältigen Ausschlüssen und Benachteiligungen rechnen: Homosexualität, Asexualität und Bisexualität als weitere Formen des Begehrens werden ebenso als Abweichung von der Norm gewertet wie trans- und intergeschlechtliche Menschen als andere Formen von Geschlechtlichkeit.

Das Organisationsteam des IDAHIT* Leipzig geht in Anlehnung an sozialkonstruktivistische und queer-feministische Perspektiven davon aus, dass es keine natürlichen Ordnungen rund um Geschlecht und sexuelle Orientierung gibt. Beobachtbare Arrangements, z.B. Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, haben einen gesellschaftlichen Hintergrund. Die Einordnung als Abweichung von einer festgesetzten Norm rechtfertigt in diesem System die Benachteiligung bestimmter Gruppen. Andere Gruppen wiederum profitieren davon, wenn sie der Norm entsprechen oder versuchen, ihr möglichst nahe zu kommen. Wir hinterfragen bestehende gesellschaftliche Strukturen kritisch und wollen zum Dialog anregen.

Das Problem

Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten das gesellschaftliche Klima gegenüber Trans- und Inter-Menschen sowie lesbisch, schwul, asexuell und bisexuell lebenden Personen verbessert hat, bleibt die Annahme, lsbtia* Menschen seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, eine Illusion. „Schwul“ oder „Trans*“ zu sein, ist immer noch ein Makel und deshalb gelten diese Worte auch weiterhin als Schimpfwörter. Zwar sind positive Beispiele wie das Outing eines Fußballprofis (allerdings erst nach Beendigung der Karriere) und eine offen lesbisch lebende Talkshow-Moderatorin durchaus zu begrüßen, die Lebenswelt vieler lsbtia* Menschen ist dennoch von Diskriminierung geprägt und sie sind verbaler, psychischer, struktureller und nicht selten körperlicher Gewalt ausgesetzt. Außerdem geben in einer kürzlich vom Bundesfamilienministerium veröffentlichten Studie über die Hälfte aller befragten lsbt* Jugendlichen an, bereits an Schule oder Arbeitsplatz beschimpft, beleidigt oder lächerlich gemacht worden zu sein (vgl. Krell/Oldemeier 2015).

Hervorzuheben ist ebenfalls die Notwendigkeit zur sexuellen Bildung, denn nicht alle Begehrensformen und Geschlechter sind entsprechend ihres gesellschaftlichen Vorkommens in Schulbüchern und im weiteren Unterrichtsgeschehen präsent. Lehrkräfte sind häufig überfordert, da ihnen Wissen und Kompetenzen fehlen, denn im Curriculum der Lehramtsausbildung spielt dieses Thema keine Rolle.

Beispielsweise ist Asexualität als selbstbestimmte Lebensweise nicht anerkannt. Asexualität bedeutet nicht, abstinent zu leben, sondern ohne oder mit wenig sexuellen Bedürfnissen und Interessen leben zu wollen. Die damit einhergehende Unsichtbarkeit scheint durch eine übersexualisierte Lebenswelt und sexistische Gesellschaft fast unüberwindbar, denn Asexualität wird oftmals als “abnormal” verstanden und als Lebensweise nicht ernst genommen. Jene Stigmatisierung als “abnormal” oder in Bezug auf bi- oder homosexuelles Begehren als pervers, zeigt sich beispielsweise auch in sog. Konversionstherapien, bei denen Psychotherapeut*innen auch im Jahr 2016 versuchen, schwule, lesbische und bisexuelle Menschen zu therapieren mit dem Ziel, eine heterosexuelle Orientierung zu erreichen. Ähnliche Versuche gibt es bei Trans*. Neben seelischen Konflikten und psychischen Auffälligkeiten wie Depressionen bis hin zu einem erhöhten Selbstmordrisiko erreichen diese Versuche höchstens eine Scheinheterosexualität bzw. eine Scheinzufriedenheit mit dem Geburtsgeschlecht.

Bisexualität ist in schwul-lesbischen bzw. queeren Kontexten und in der Mehrheitsgesellschaft häufig unsichtbar. Die Erfahrungen, die bisexuelle Menschen machen, lassen sich auch nicht einfach unter die Erfahrungen homosexueller Menschen subsumieren. Durch eine Begehrensform, die sich nicht ausschließlich auf Männer oder Frauen richtet, sind Bisexuelle mitunter anderen Vorurteilen und Anfeindungen ausgesetzt. Eine bisexuelle Identität zu finden, kann daher als schwieriger empfunden werden als eine (vermeintlich) eindeutige homo- oder heterosexuelle Orientierung.

Junge lsbtia* Menschen stehen unter enormem Druck, der scheinbaren „Normalität“ unserer Gesellschaft zu entsprechen. Wagen sie dennoch ein Coming Out, kann dieses oft sehr konfliktbeladen sein, nicht nur in der Schule, sondern auch im Elternhaus, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz. Beschimpfungen, das Abwenden vermeintlicher Freund*innen oder sogar tätliche Übergriffe sind keine Seltenheit. Massive schulische Probleme, ein Schul- oder Arbeitswechsel, aber auch psychische Erkrankungen, wie beispielsweise posttraumatische Belastungsstörungen oder Depressionen können Folgen von Diskriminierungen und Versteckspielen sein. Volle gesellschaftliche Anerkennung erschöpft sich daher auch nicht in der Gleichstellung der sog. Homo-Ehe und im Einräumen von Adoptionsrechten. Es geht um einen viel grundlegenderen, gesellschaftlichen Wandel sowie die Einstellungen von Menschen und deren alltägliches Verhalten. Beachtlich ist auch die Tatsache, dass das Suizidversuchsrisiko bei lsbtia*-Jugendlichen nach wie vor vier mal höher als bei heterosexuellen Jugendlichdlichen (bestätigt durch die deutsche Bundesregierung in Bundestagsdrucksache 16/4818).

Die Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit und damit einhergehend der Zwang zur Einordnung in die Zweigeschlechtlichkeit hat zur Folge, dass Kinder mit “uneindeutigen” Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt geschlechtsangleichenden Operationen (z.B. Kastration, Klitorisverkleinerung, Anlegen einer Neovagina) unterzogen werden, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen. Eingriffe in der Pubertät oder im Erwachsenenalter werden auch heute noch durchgeführt, häufig mit diffusen Verweisen auf angebliche Gesundheitsrisiken. Von vielen Betroffenen werden diese Eingriffe, vor allem in Verbindung mit mangelhafter bzw. einseitiger Aufklärung, im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben. Nicht selten wünschen sie sich, dass die Eingriffe nicht stattgefunden und ihr Geschlecht als uneindeutig belassen worden wäre.

Dass es Potential zur Veränderung gibt, zeigt z.B. die 2013 eingeführte Gesetzesänderung, dass neugeborene Kinder, welche nicht einem weiblichen oder männlichen Geschlecht klar zugeordnet werden können, ohne Angabe von Geschlecht in das Geburtenregister eingetragen werden müssen (vgl. § 22 (3) PstG). Allerdings ist dies nur ein kleiner Fortschritt, denn mit einem offenen Geschlechtseintrag, der auf Zwang erfolgt – anstelle z.B. einer dritten, freiwillig gewählten Option –, sind entsprechende Menschen bzw. deren Eltern im Alltag weiterhin vor kaum überwindbare Hürden gestellt. Der Druck, geschlechtszuweisenden Operationen zuzustimmen, bleibt ebenso erhalten. Hinzu kommt, dass eine eindeutige Geschlechtswahl spätestens am 18. Geburtstag erfolgen muss.

Trans*-Menschen hingegen werden die von ihnen gewünschten Hormonbehandlungen und Operationen – insbesondere im Jugendalter – vorenthalten bzw. nur über einen langen juristischen und psychopathologischen Weg ermöglicht. Dies steht im krassen Widerspruch zu Operationen, die an intergeschlechtlichen Menschen scheinbar selbstverständlich und in der Regel ohne deren Zustimmung vorgenommen werden.

Privilegien abschaffen oder: Veränderungen gehen alle etwas an

Uns ist bewusst, dass lsbtia* Menschen von weiteren gesellschaftlichen Machtverhältnissen unterschiedlich betroffen sind. „Da alle Unterdrückungsformen in unserer Gesellschaft miteinander verbunden sind, weil sie durch ähnliche institutionelle und soziale Strukturen aufrecht erhalten werden, kann nicht ein System beseitigt werden, während alle anderen intakt bleiben.“ (hooks 1984: 37) Die von uns kritisierten Zustände müssen daher mit anderen Diskriminierungsformen, wie z.B. Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Lookismus(2) und Feindlichkeit gegen Menschen mit Beeinträchtigungen verbunden gedacht werden. Diese gilt es also ebenso aufzuzeigen und abzubauen. So ist es zum Beispiel ein komplexeres Problem, dass Trans*-Verfolgung als Asylgrund nicht anerkannt wird oder dass Frauen*, die aufgrund körperlicher und/oder geistiger Beeinträchtigungen auf Assistenz angewiesen sind, besonders häufig sexualisierte Gewalt erleiden.

Darüber hinaus beobachten wir mit Schrecken den Rechtsruck in Sachsen, Deutschland und Europa. Angst vor “Genderisierung”, der “Genderideologie”, der “Homo-Lobby” sowie der “Verschwulung der Welt” sind Schlagworte, die stetig gesellschaftsfähiger werden, dabei sind diese klar als anti-emanzipatorisch zu benennen und abzulehnen. Jene anti-emanzipatorische Bewegung ist gesellschaftlich breit aufgestellt und versammelt von den besorgten Bürger*innen, christlichen Fundamentalist*innen bis hin zu den rassistisch und sexistischen Parteien AfD (Alternative für Deutschland) und NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschland) eine Vielzahl von Personen, die sich gegen eine gleichberechtigte Teilhabe aller stellen. Deutlich wird dies z.B. in Hate-Speech im Internet, von Vergewaltigungsbefürwortern alias “Pick-Up-Artists”, Äußerungen der AfD und NPD sowie die Forderung von LEGIDA, den Gleichstellungsparagrafen abzuschaffen. Dabei zeigen sich jene Feindlichkeiten auch bei den sogenannten “Demos für alle” in Baden Württemberg und Niedersachsen. Wobei der Ausruf “für alle” suggeriert, dass auch wirklich alle Menschen, egal welches Geschlecht, Identität, Ethnizität oder Begehrensform, willkommen sind. Dies ist jedoch falsch, denn es werden nur Menschen akzeptiert, die sich in das heteronormative System einordnen. Die zuvor beschriebenen Gruppen werden von diesen Strömungen abgelehnt, als Gefahr verstanden und verteufelt. Jener emanzipatorischen Veränderung hin zu Geschlechter- und Begehrensvielfalt wird sich mit Parolen wie “Ehe bleibt Ehe” oder Forderungen wie “Wahrung der Elternrechte, für Ehe und Familie und gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung der Kinder in Kita und Schule” entgegengestellt. Hierbei wird eine vermeintliche “Ideologie” konstruiert, die eine “Gleichmacherei” vorantreiben will.

Dem IDAHIT*-Team geht es hierbei NICHT darum, alternative Lebensweisen und Identitäten anderen Personen aufzudrücken, sondern um das Recht aller – ohne Angst – verschieden sein zu können. Deswegen ist jene vermeintliche Angst vor “Gleichmacherei” zu entkräften und wir fordern deutlich mehr Vielfalt, keine Ausgrenzung und Gewalt gegen Menschen, die nicht der herrschenden Norm entsprechen können oder wollen. Gleichberechtigung in allen Facetten und für alle funktioniert nur, wenn die Verflechtung der unterschiedlichen Diskriminierungsfaktoren intersektional mitgedacht werden und wenn Antisexismus, Bekämpfung des Antisemitismus, Antirassismus bzw. Antidiskriminierung gesamtgesellschaftliche Praxis werden.

Deswegen bekennen wir uns zu dem Ausruf “Refugees Welcome” und solidarisieren uns auch mit Geflüchteten und (illegalisierten) Migrant*innen und sprechen uns gegen die rassistischen und gewaltvollen Normalzustände in Sachsen und überall aus. Wir fordern menschenwürdige und qualitative Versorgung, Umgang und Unterbringung für alle geflüchteten Menschen und ausreichend Schutz. Vor allem möchten wir den Fokus auf eine mehrfache Diskriminierung von lsbtia* Geflüchteten richten und auch diese Belange sichtbar machen. Die Schwierigkeit für lsbtia* Geflüchtete zeigt sich hierbei in jener intersektionalen Verknüpfung von sexueller Identität und/oder Begehren sowie aufgrund ihrer Herkunft bzw. Ethnizität. Folglich erfahren diese Menschen nicht nur rassistische Diskriminierung, sondern auch Sexismus, Homo-, Trans-, und Interfeindlichkeit – sowohl von der deutschen Mehrheitsgesellschaft als auch von anderen Geflüchteten.   

An dieser Stelle erweitern wir unser Konzept um das Thema Sexarbeit und solidarisieren uns ausdrücklich mit Sexarbeiter*innen, die selbstbestimmt ihren Beruf ausüben.

Respekt für die ausübenden Personen und Anerkennung für den Beruf bleiben häufig aus. Das Gegenteil ist eher der Fall. Sexarbeiter_innen werden kriminalisiert, viktimisiert und stigmatisiert. Interessenvertretungen bestehen erst seit kurzem und werden von uns eindeutig begrüßt. Klar abzugrenzen ist der Sachverhalt der Zwangsprostitution. Alle Arbeitsverhältnisse, die unter Zwang entstehen und massive Abhängigkeiten beinhalten, sind strikt abzulehnen! Zu diskutieren wäre, in wie weit überhaupt von selbstbestimmter, freiwilliger Sexarbeit gesprochen werden kann, wenn die gesellschaftlichen Strukturen nach wie vor patriachal, heteronormativ und kapitalistisch angelegt sind. Bemerkenswert ist z.B., dass es nur sehr wenige Männer gibt, die im Bereich Sexarbeit tätig sind (sehr oft sind es dann auch wieder marginalisierte Männlichkeiten wie schwule Jungen).

Dennoch ist es uns wichtig, an dieser Stelle unsere Unterstützung und Solidarität für alle Sexarbeiter*innen auszudrücken, egal ob selbstbestimmt tätig oder nicht. Es existiert nur eine sehr kleine Lobby und diese wollen wir verstärken!

Es reicht nicht aus, jene Positionen als diskriminierend oder menschenverachtend zu enttarnen, sondern es benötigt ein breites gesellschaftliches Netzwerk, welches sich klar und deutlich gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit ausspricht und für ein gleichberechtigtes Leben aller. Ein sensibilisierter Umgang miteinander sowie eine kritische Reflexion der eigenen Privilegien muss im privaten wie im gesellschaftlichen Leben verankert werden. Privilegien müssen dazu genutzt werden, Machtverhältnisse zu kritisieren und marginalisierte Positionen nicht UNsichtbar zu machen – sondern, im Gegenteil, dazu eingesetzt werden, diese in der Gesellschaft SICHTBAR zu machen. Denn die Wertigkeit von Menschen und Lebensweisen darf nicht über Privilegien erzeugt werden. Deshalb “Her mit dem guten Leben!” und zwar: für alle!

Was wir wollen               

  • Wir fordern, dass sich jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung, frei und sicher in Leipzig und anderswo bewegen kann. Niemand sollte körperliche, seelische, verbale und/oder strukturelle Gewalt zu befürchten haben!

  • Wir fordern Gleichwertigkeit und volle gesellschaftliche Anerkennung geschlechtlicher und sexueller Identitäten und Körperlichkeiten wie Intergeschlechtlichkeit, Transidentität, Homo-, Bi- und Asexualität!

  • Asexuelle Menschen brauchen mehr Sichtbarkeit und politische Interessenvertretung!

  • Wir fordern ein Verbot sog. Konversionstherapien oder ähnlicher Versuche der psychischen Beeinflussung von sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, wie sie auch in Sachsen stattfinden!

  • Wir fordern die Abschaffung des Transsexuellengesetzes (TSG)!

  • Wir fordern die Anerkennung von Sexarbeit und Sexualbegleitung als gleichberechtigte Arbeitsbereiche sowie deren Entstigmatisierung!

  • Wir fordern die Anerkennung der besonderen Schutzbedürftigkeit von LSBTIAQ* Geflüchteten!

  • Wir fordern die Sichtbarmachung und Anerkennung für Menschen, die sich nicht in die vorherrschenden Geschlechterrollen einordnen wollen bzw. können!

  • Wir fordern, dass Inter- und Transgeschlechtlichkeit nicht mehr als Krankheiten angesehen werden!

  • Wir fordern, dass medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Inter*-Menschen ausschließlich im Einverständnis mit den Personen und nach umfassender Information der Betreffenden über den Eingriff vorgenommen werden!

  • Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit können außerdem nicht losgelöst von anderen Ungleichheiten betrachtet und schon gar nicht verändert werden! Wir kritisieren ebenso weitere gesellschaftliche Machtverhältnisse, wie sie sich z.B. in Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Lookismus und Feindlichkeit gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen ausdrücken! Die Emanzipation einer Gruppe kann und darf nicht auf Kosten anderer erfolgen!

Der IDAHIT* ist ein Projekt des RosaLinde Leipzig e.V mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch und dem Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Studierendenrates der Universität Leipzig.

(1) Das * bezeichnet Personen, die ihre Geschlechtsidentität jenseits der Ordnung Frau-Mann leben. LSBTIA* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Asexuelle. Der Sammelbegriff steht für diejenigen Menschen, die den gesellschaftlich geprägten Normen von Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung nicht entsprechen bzw. denen ein subjektiv als falsch empfundenes Geschlecht zugewiesen wurde. Asexualität beschreibt Menschen mit wenig oder keinem sexuellen Verlangen.

(2) Klassismus bezeichnet Vorurteile, Abwertung, Benachteiligung, Diskriminierung auf Grund der sozialen Herkunft oder der sozialen Position. Lookismus bezeichnet Vorurteile, Abwertung, Benachteiligung, Diskriminierung auf Grund des Aussehens.


 

IDAHIT*-Concept

Again this year, on May 17, the International Day Against Homophobia, Interphobia, and Transphobia, we want to bring awareness to the citizens of Leipzig on the still important and necessary engagement against the inequality of LGBTIA* (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans- and Intersexual, and Asexual (1)) .

We have extended the concept of the IDAHIT* this year. In addition to a movie screening on Wednesday, May 17, and the demonstration on Saturday, May 20, there will be a day of action on May 17 in the city center of Leipzig (the Innenstadt).

Every year, the International Day Against Homophobia, Interphobia, and Transphobia (IDAHIT*) offers a reminder that homosexuality was deleted from the disease catalog of the World Health Organization on May 15, 1990.

Trans- and Intersexuality are still considered diseases as of 2017. Even when it comes to homosexuality, full equality has not yet been reached. The current right wing conservative rollback with parties and organizations like AfD, LEGIDA/PEGIDA, so-called worried parents or the “Demonstration for All” (“Demo für alle”) is demanding that people in Leipzig and everywhere else actively set a sign against homo-, trans- and interphobia.

Another focus of this year’s IDAHIT* comes from the predominantly precarious situation of refugees. Refugees, who are gay, lesbian, bisexual, and/or trans- and intersexual, are a particularly vulnerable group. This clearly shows the intersection of different forms of discrimination, as well as the resulting need for action.

The necessary, established expansion of the name IDHOT* to IDAHIT* remains central. The acronym IDAHOT stands for the International Day Against Homophobia and Transphobia, but we decided to extend the focus to include, and therefore call if “IDAHIT*”.

May 17 – Why?

The occasion of the demonstration is May 17, 1990, since on this day, the WHO decided to remove homosexuality from the International Classification of Diseases (ICD). Until then, homosexuality was considered a mental disorder that required therapy. The situation is different when it comes to transgender or intersex people. The medical term “transsexuality” is still listed in the classification ICD-10 of mental and behavioral disorders under “gender identity disorders” (F.64.0). The generic term “trans*” refers to all people who feel their gender does not match the gender they were assigned at birth. People, who were assigned female, consider themselves men, people, who were assigned male, consider themselves women, and some trans* people refuse an assignment within the female-male gender binary. Intersexuality; that is, showing physical characteristics of both sexes or an ambiguous sex; is also still defined as a disease, described by medicine as a “sexual differentiation disorder” and is often “treated” without medical necessity. These “treatments” are often carried out during childhood or directly after the birth. By doing this, the right to decide freely and independently how they want to live is taken away from the individual. The decision lies in the hands of the parents or physicians who determine which norm – male or female – will be forced upon that person.

Man and Woman” – Natural or Constructed?

The idea that there are only two genders/sexes and that these desire the other one exclusively is found throughout many social spheres and assumed to be a natural phenomenon. To this day, people who don’t meet these “requirements” are facing different forms of exclusion and discrimination: homosexuality, asexuality, and bisexuality are considered just as much a deviation from the norm as trans* and inter* people, representing different forms gender and sex.

Following social-constructivist and queer-feminist perspectives, the organizing team of the IDAHIT* Leipzig assumes that there are no such natural orders concerning sex/gender and sexual orientation. Observable arrangements, for example power structures between the genders, have a social background; within this system, classifying people as deviation from a fixed norm enables discrimination towards certain groups. There are then other groups which benefit from conforming to the norm or trying to get as close as possible to it. We critically question the existing social structures and want to promote a dialogue.

The Problem

Even though the social climate around trans* and inter* people as well as people who are lesbian, gay, bisexual or asexual has improved in the last few decades, the assumption that LGBTIA* people have made their way into the heart of society remains an illusion. It is still a stigma to be “gay” or “trans”; that is why these words are still considered swear words. While positive examples like the outing of professional football players (albeit not until the end of his career) and an openly lesbian talk show host are obviously positive moves forward, the real life of many LGBTIA* people is still marked by discrimination and they are exposed to verbal, psychological, structural, and quite often also physical violence. According to a study recenty published by the Federal Ministry of Family Affairs, more than half of all LGBT* youth have been harassed, ridiculed, or offended in school or at their workplace (see Krell/Oldemeier 2015).

It is also necessary to emphasize the need for sexual education, because not all forms of desire and gender are present in school materials or in the planned course content for future classes. Teaching staff are often overstretched and lack the knowledge/skills, as this is not an issue in the curriculum of teacher training.

For example, asexuality is not recognized as a self-determined way of life. Asexuality does not mean to live abstinent, but to live without or with few sexual needs and interests. The resulting invisibility because of an over sexualized world of life and sexist society seems almost insuperable, since asexuality is often described as „abnormal“ or not taken serious. This stigmatization as “abnormal”or with regard to bi- or homosexual desire as perverse is exemplified by so-called conversion therapies, in which psychotherapists, as recent as 2016, try to treat gay, lesbian, and bisexual people with the goal to achieve a heterosexual orientation. Similar attempts are made with trans* people. In addition to mental, emotional, and psychological conflicts and problems ranging from depression to an increased risk of suicide, these attempts create at most the illusion of heterosexuality or satisfaction with the gender assigned at birth.

Bisexuality is often invisible in gay-lesbian or queer contexts and in the majority of society. The experiences that bisexual people make cannot simply be subsumed under the experiences of homosexual people. Bisexuals are in part exposed to other prejudices and hostility because of a desire, which is not exclusively aimed at men or women. Finding a bisexual identity can therefore be perceived as more difficult than a (supposedly) clear homo- or heterosexual orientation.

Young LGBTIA* people are under enormous pressure to meet the apparent „normality“ of our society. If they still have a coming out, this can often be a source of conflict, not only at school, but also in their parents‘ home, with friends or in the workplace. Verbal abuse, the turning away of supposed friends or even physical assault are not a rarity. Massive school problems, a change of school or workplace, but also mental illnesses, such as posttraumatic stress disorders or depression can be the consequences of discrimination and the hiding of one’s identity. Full social recognition is therefore not reached by the so-called gay marriage and the granting of the right to adopt, but is about a much more fundamental social change as well as the attitudes of people and their daily behavior. It is also a fact that the suicide risk is still four times higher in LGBTIA* adolescents than in heterosexual adolescents (confirmed by the German federal government in Bundestagsdrucksache 16/4818).

The pathologization of intersexuality and thus the pressure of fitting into binary sex system means that children with „ambiguous genitalia“ are usually subjected to surgeries soon after birth (e.g. castration, clitoral reduction, vaginoplasty). These are often associated with complications, and frequently lead to life-long hormone treatment. Interventions in puberty or adulthood are still being carried out today, often with diffuse references to alleged health risks. Many intersex people describe these surgeries as extremely traumatic, especially in conjunction with insufficient or biased information; they often wish that the interventions would not have taken place and that their sex had been left ambiguous.

An example of the potential for change has been shown by an amendment introduced in Germany in 2013, which lays down that newborn children that cannot be clearly assigned to a female or male sex have to be entered in the register of births without a gender indication (cf. § 22 (3) PstG). However, this is only a small advance because with an open gender entry, which is imposed by force – instead of e.g. a third, voluntarily, chosen option – intersex people and/or their parents are still facing barely surmountable hurdles. The pressure to accept sex-reassigning surgeries remains the same. In addition, a clear sex selection must take place no later than the 18th birthday.

Trans * indivudlas, on the other hand, are denied the desired surgeries and hormone treatments – especially during their teenage years – or have to endure a long legal and psychopathological path in order to finally receive them. This is in stark contradiction to surgeries on intersex people, which are apparently self-evident and are generally carried out without their consent.

Abolish privileges or: change is everybody’s buisness

We are aware that LGBTIA* people are affected by other social power structures. „Since all forms of oppression are connected in our society, because they are sustained by similar institutional and social structures, one system can not be eliminated while all others remain intact.“ (Hooks 1984: 37). The structures we criticize must therefore be regarded as connected with other forms of discrimination such as sexism, racism, antisemitism, classism, lookism (2) and discrimination of people with disabilities. It is therefore necessary to also show and dismantle them. Examples of these complexities would be not granting asylum to a trans* person from a persecuting country or that women who are dependent on assistance due to physical and/or mental disabilities are particularly often exposed to sexual violence.

In addition, we are watching with horror the right wing rollback in Saxony, Germany and Europe. Fear of „genderization“, „gender ideology“, „the homo lobby“ and „gayification of the world“ are key expressions that are becoming more and more acceptable. It is important to reject these expressions and to call them what they are:anti-emancipatory. This anti-emancipatory movement is broad in scope and links a variety of people and groups who are fighting against equal rights to participation, from so-called concerned citizens, Christian fundamentalists to the racist and sexist parties AfD (Alternative for Germany) and NPD (National Democratic Party of Germany). This is clearly illustrated by e.g. hate-speech on the Internet, from rape advocates alias „pick-up artists,“ utterances from the AfD and NPD, as well as the demand of LEGIDA to change laws concerning equal rights for women and men. Another example are the so-called Demonstrations for All” (“Demos für alle”) in Baden Württemberg and Lower Saxony. The exclamation „for all“ suggests that all people are welcome, regardless of gender, identity, ethnicity or desire. This is, however, wrong, because only people who fit into the heteronormative system are accepted. The groups described above are rejected, perceived as dangerous and demonized. Every emancipatory change towards diversity of gender and desire is countered with slogans such as „marriage remains marriage“ or demands such as „safeguarding the rights of parents, for marriage and family, and against gender ideology and sexualization of children in day-care centers and schools.” An alleged „ideology“ is being constructed, which promotes “enforced conformity” and seeks abolish distinctions.

The IDAHIT * team is NOT concerned with imposing alternative ways of life and identities on other people, but with the right of everybody to be different – without fear. For this reason, we must reject the alleged fear of „enforced conformity“, as we are calling for more diversity, no exclusion and violence against people who can or do not want to comply with the norm. Equality in all its facets and for everybody can only work if the intersectionalities of the different forms of discrimination are considered, and if anti-sexism, combating anti-semitism, and anti-racism or anti-discrimination become a practice society-wide.

That is why we embrace the exclamation „Refugees Welcome“ and want to express our solidarity with refugees and (illegalized) migrants. We oppose the racist and violent normalcy in Saxony and everywhere. We demand decent and qualitative care, accommodation and support for all refugees, we demand adequate protection. Above all, we want to bring into focus the multi-layered discrimination against LGBTIA* refugees and make these issues visible. The difficulty for LGBTIA* refugees lies in the intersectional link between sexual identity and/or desire with their origin or ethnicity. As a result, these people experience not only racist discrimination, but also sexism, homo-trans-, and interphobia from both the German majority as well as other refugees.

At this point, we are expanding our concept to the topic of sex work and express our solidarity with sex workers who are self-determined in their choice of profession. Respect for the professionals and recognition for the profession is often not the case. Quite often, the opposite is true. Sex workers are criminalized, victimized, and stigmatized. As of late, special interest groups have formed and we welcome this new development. All of this needs to be clearly distinguished from forced prostitution. All employment and working conditions, which arise through force and involve massive dependencies, need to be strictly rejected! Whether or to which extent self-determined, voluntary sex work can exist in a patriarchal, heteronormative, capitalistic society needs to be discussed. It is noteworthy, for example, that there are very few men who are active sex worker (if so, they very often belong to marginalized male identities like gay boys). Nevertheless, it is important to us to support and express solidarity for all sex workers, self-determined or not. The lobby is very small and we want to strengthen it!

It is not enough to expose those positions as discriminatory and inhuman, a broad network is needed, which is clearly opposed to homo-, trans- and interphobia and demands equity for all. Conscious interactions with each other as well as critical reflection of one’s own privileges must become an integral part of both private and social life. Privileges must be used to criticize power structure and to not make marginalized positions INvisible, but, on the contrary, be used to make them VISIBLE in society. For the value of people and ways of life must not be generated through privileges. Therefore, „We want the good life!“ and we want it for everybody!

What we want

  • We demand that every human being, independent of gender and sexual orientation, can move freely and safely in Leipzig and elsewhere. No one should have to fear physical, mental, verbal and / or structural violence!
  • We demand equality and full social recognition of gender and sexual identities and physicalities, like intersexuality, transgender identities, homo-, bi-, and asexuality!
  • Asexual people need more visibility and political representation!
  • We demand a prohibition of so-called conversion therapies or similar attempts to psychologically influence sexual orientations and gender identities, which also take place in Sachsen!
  • We demand the abolition of the Transsexual Law (Transsexuellengesetz, TSG)!
  • We demand the recognition of sex work and sexual support as equal work areas as well as their destigmatization!
  • We demand the recognition of LGBTIAQ* refugees as particularly vulnerable group with special protection needs!
  • We demand the visibility and recognition for people who do not want to or are not able to classify themselves in existing gender roles!
  • We demand that Intersex and Transgender identities are no longer seen as diseases!
  • We demand that medically unnecessary interventions on Intersex people be made only with the consent of the individual and only after comprehensive information about the procedure is provided to the individual!
  • Homo-, bi-, trans- and xenophobia cannot be viewed or changed independently of other inequalities! We also criticize other societal power structures which manifest themselves through anti-Semitism, classism, physical stereotypes, and discrimination of people with impairments! The emancipation of one group cannot and must not be at the expense of others!

The IDAHIT * is a project of the RosaLinde Leipzig e. V with the financial support of the Aktion Mensch and the Department for Gender Equality and Lifestyle Policy of the Student Council of the University of Leipzig.

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(1) The * refers to people who live their gender identity beyond the woman-man binary. LGBTIA * stands for lesbians, gays, bisexuals, trans *, inter * and asexuals. The collective term refers to those people who do not conform to the socially defined norms of sex, gender identity and sexual orientation, or who were assigned a subjectively wrong gender. Asexuality describes people with little or no sexual desire.

(2) Classism refers to prejudice, devaluation, disadvantages, and discrimination based on social origin or social status. Lookism refers to prejudice, devaluation, disadvantages, and discrimination on grounds of appearance.

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